Sonntag, 12. Mai 2013



Dienstag 09. April 2013

Endlich, endlich ist es soweit. Nach einem Jahr geht es wieder los, auf einen Jacobsweg. Die meisten der bekannten Wege in Spanien bin ich gegangen. Also wird es nun für mich ein neuer Weg und dazu noch weniger bekant - eben der Camino Torres. Hinweise auf diesen Camino fand ich letztes Jahr beim Stöbern im WWW. Die Bilder waren große Klasse.  Also warum nicht mal was neues. Einiges war nochzu planen. Wichtig natürlich die Möglichkeiten zu Schlafen.
Bis zum Mittag war ich noch arbeiten, dann holten mich meine lieben Nachbarn und Freunde Zimbo und Susanne ab und brachten mich zum Flughafen Frankfurt/Hahn. Um 21.30 Uhr gings mit Ryanair nach Stansted. Hier fand ich hinter einer Donutbude einen abgelegenen, einigermaßen ruhigen und warmen Schlafplatz.

Mittwoch 10. April 2013

Schlafen ging so eingermaßen. Um 6 Uhr wurde ich wach, der Betrieb ging los. Menschen eilten hin und her. Ich hatte noch viel Zeit, also zusammenpacken erstmal Frühstück. Um 12.15 Uhr war ich dann in Madrid.  Und wo fährt nun der Bus nach Salamanca ab? Fragen, suchen, fragen, Ticket kaufen... Um 15 Uhr gings weiter. Die Herberge in Salamanca hatte ich recht schnell gefunden. Sie liegt sehr schön, direkt hinter der Kathedrale neben dem Eingang zu einem Park. Es sind 7 Pilger da, je 3 Spanier und Franzosen und 1 Italiener. Das übliche Hola - woher - wohin morgen. Ich sagte das mein Camino hier beginnt und mein 1. Ziel Robliza de Cojos ist. Es gab nur unverständliche Blicke. Auch der Hospitalero wußte nichts mit dem Ort anzufangen. Klar, ich gehe ja nicht die Via de la Plata sondern den Camino Torres. Keiner hatte etwas von diesem Weg gehört. Ich gehe einkaufen für Abends und die 1. Etappe, da ich unterwegs keine Möglichkeit haben werde. Wir haben dann alle haben zusammen gegessen und es war aber ein schöner Abend. Morgen geht es endlich los.

Donnerstag 11. April 2013  1. Etappe Salamanca - Robliza de Cojos 33km + 10km(?)

6.45 Uhr ich habe gut geschlafen, alle anderen sind schon wach. Ich muß grinsen, alles wie immer. Fertigmachen, allen noch ein buen Camino wünschen und schon gings los. Es war bedeckt und die Temperatur ist angenehm. Erst mal zum Plaza Major eine Cafe con Letsche und frühstücken. Hier nun liegt der Startpunkt für meine Handynavigation. Navigieren mit Technik bin ich nicht gewohnt und hab ich bisher nie gebraucht. Es ist auf diesem Weg aber unerläßlich da es keine Wegmarkierung geben soll. Gott sei Dank hatte ich einen GPStrack gefunden und mir aufs Handy geladen. Für den ersten Kilometer brauchte ich dann auch 30min, da ich mich an diese Art erst gewöhnen muß. Über die Puente Romana war ich sehr schnell am Stadtrand.


Nach ca. 5km hab ich mich das erste Mal verlaufen, ich hätte rechts abbiegen müßen aber geradeaus schien der Weg schöner. Sch... Navi. Also zurück und an der Straße weiter über Penasolana bis an die Bahnstrecke Salamanca-Ciudad Rodrigo. Einige Kilometer weiter überquere ich die Autobahn und verlaufe mich wieder. Ein freundlicher Spanier kommt von einer Betonmischanlage angerannt und fragt wo ich hingehe. Nach meiner Antwort sagt er mir, das der Weg hinter der Anlage weitergeht und sein Onkel Hospitalero in Alba de Yeltes sei. Super, war auch nur ein kleiner Umweg.
Ich bin nun auf einer Piste die schier endlos scheint. Links und rechts gibt es große Weidegebiete.


Irgendwann mache ich irgendwo eine Pause zum Essen. Wunderschön dachte ich gerade und dann begann der Regen. Erst noch verhalten, nach 30 Minuten schon häftiger und dann waagerecht von vorn. Oh je, ich hatte doch erst die Hälfte der Etappe hinter mir. Na toll. Ich verlaufe mich dann nocheinmal. Es kommt jemand auf einem Traktor und ich Frage wie es weitergeht nach Robliza. Er überlegt und sagt, hier weiter dann nach links, irgendwann sind rechts mehrere Silos zu sehen, dann wäre ich fast da. Ok dachte ich wird schon klappen. Klappte natürlich nicht, denn war der Akku vom Handy war vorher leer und noch kein Silo in Sicht. Ich bin nun so naß, das mir das Wasser von den Beinen in die Schuhe läuft. Mitten in einer Dehesa kam ein Bach. Zu tief zum Durchwaten, also eine geeignete Stelle suchen und rüber balancieren. Tja und dann gab es plötzlich eine Kreuzung mit vielen Wegen - wo nun lang. Ich entscheide mich für einen komme nach gefühlten Stunden an einen Ort (Matilla de los Canos del Rio) und kann Fragen wo bin ich hier und wie geht es weiter. Ich bin 6km abseits vom Ziel und kann aber jetzt auf der Straße weitergehen. Um 18.15 Uhr erreiche ich endlich Robliza de Cojos.


Am Ortseingang ist ein Sportplatz mit Bar. Nichts wie rein ins warme und trockene. Alle gucken erstaunt. Ich bestelle einen Cafe con Letsche und frage nach der Übernachtungsmöglichkeit. Es wird telefoniert und man sagt ich solle warten. Kein Problem. Um 19 Uhr kommt der Alkalde und nimmt mich mit in sein Büro, hier bekomme ich den Stempel. Weiter geht es zur Schule, hier könne ich schlafen. Es gibt zwar keine Dusche, jedoch eine Waschgelegenheit mit kaltem Wasser.


Für morgen bekomme ich noch den Tipp, an der Nationalstraße weiterzugehen, da die Furt auf dem Weg nach San Munoz nicht passierbar ist. In der Bar am Sportplatz bekam ich später noch Tappas zum Essen. Wer mehr möchte geht 1km Richtung Autobahn, wo eine Raststätte ist. Das ist mir heute zu weit nach diversen Umwegen. Um 22 Uhr falle ich erschöpft aber glücklich auf mein Lager.

Freitag 12. April 2013  2. Etappe Robliza de Cojos - San Munos 23km

Die Nacht war bitterkalt. Ich wurde ständig wach, weil ich frierte. Es wurde auch nicht besser, nachdem ich alles was im Rucksackangezogen hatte. Um 7 Uhr war ich auf den Beinen, draußen war es noch dunkel aber trocken. Der Wettergott hatte nach der gestrigen Dusche ein einsehen. Schnell zur Raststätte. Hier war es gemütlich warm und ich bekam ein Frühstück. Wer etwas für den Tag/Unterwegs benötigt sollte hier noch einkaufen. Weiter ging es unspektakulär 18km auf der N 620 parallel zur Autobahn bis zur Abfahrt San Munoz. Es ist kühl, aber das Wetter bessert sich.


Noch 4km Landstraße und ich war am Ziel. Ich bummle durch den Ort in Richtung Kirche. Hier soll es eine Übernachtungsmöglichkeit geben. Am Rathaus sehe ich einen Arbeiter am Rasenmähen. Super, den Frage ich. Gesagt, getan. Er guckt etwas ungläubig, geht aber sofort los ins Office, kommt nach einer Weile wieder heraus und deutet mir an mitzukommen. 2x um die Ecke, er öffnet ein Eisentor und dahinter ist das Gemeindehaus, mein Quartier.


Etwas kurz für mich langen Menschen, aber warm dank Radiator. Auch hier gibt es keine Dusche. Ich mache mich auf um im Ort nach der Bar und/oder Tienda zu suchen. Ich werde fündig, es gibt beides. Erst mal in die Bar auf das angekommen Bier und fragen nach Abendessen, kein Problem. Auf dem Rückweg einkaufen für morgen, weil es unterwegs wieder keine Möglichkeiten gebt.

Samstag 13. April 2013 San Munoz - Alba de Yeltes 25km

Trotz des beengten Platzes hab ich recht gut geschlafen. Nach einem kleinen Früchstück mache ich mich um   8 Uhr auf den Weg. Es ist kalt und der Himmel ist blau. Es geht 4km an der Straße entlang und es tauchten bekannte gelbe Pfeile auf.


Ich kontrolliere, ja Richtung stimmt. Dann wurde der Weg sehr schön. Ich genieße es.


Nach 10km senkt sich der Weg steil nach unten und 100m weiter stehe ich an einem Bach. Brücke gibt es nicht, was nun? Kurz überlegt, dann Schuhe, Socken und Hose aus und durch. War ein erfrischendes Fußbad. 1,5h später stehe ich vor einem größeren Problem. Erneut ein Bach, aber breiter und tiefer. Über diesen Bach führt die Mauer einer Dehesa, schmal und oben mit dreireihigem Stacheldraht. Zurück oder rüber? Ich entschließe mich für rüber. Klettere mit Rucksack auf die Mauer und balanciere langsam hinüber. Nur nicht hängenbleiben oder runterfallen. Alles geht gut.

Hier muß ich rüber

gaaanz langsam und gaaanz vorsichtig

Blick zurück - geschafft
Es kamen noch 3 kleine Bäche ohne Probleme und ein größerer (nochmal Schuhe aus usw.). Wenn auch mit Mühen war diese Etappe die landschaftlich schönste die ich je gemacht habe. 16 Uhr erreichte ich Alba de Yeltes. Am Ortseingang ein gelber Pfeil mit der Aufschrift Albergue! Wo bitte? 80m weiter eine Bar, nichts wie rein ein Bier bestellen und Fragen. Zum Fragen kam ich garnicht mehr, der Hospitalero war schon informiert und nach 10min da. Jacinto Martin Garcia, der Hispitalero, freute sich riesig einen Pilger zu begrüßen. Er bezahlte mein Bier und wir gingen 50m zurück zur Herberge, einem Kindergarten. Der hintere Raum hatte 5 Betten vorn gibt es eine Dusche mit warmen Wasser. Jacinto führt ein richtiges Buch wer schon hier war. So konnte ich sehen, ich bin der 15. Pilger auf dem Weg und der 1. Deutsche. 



Abends kam noch der freundliche Mann vom 1. Tag der mich wieder auf den Weg brachte. Großes Hola.In der Bar bekommt man auch sehr schmackhaftes Essen und sogar Franziskaner Weizenbier. Ein toller Tag.

Sonntag 14. April 2013 Alba de Yeltes - Ciudad Rodrigo 25km

Ich habe richtig gut geschlafen. Die Bar hatte noch geschlossen, klar es ist Sonntag. Macht nichts Verpflegung und Wasser hab ich und in Bocacara soll es eine Bar geben. Die 8km bis hier waren dann auch mal wieder auf der Straße entlang. Die Bar war aber auch noch geschlossen. Also kein Cafe con Letsche. Es wurde langsam warm bis heiß in der Sonne. Der Weg wird wieder schöner.


Furten und Flüsse gibt es nicht, aber Pfützen von gigantischem Ausmaß. Irgendwie kam ich immer drumherum. Auf einer Dehesa unter riesigen Korkeichen machen ich eine lange Pause. Stille um mich, hin und wieder hört man Vögel. Ein schöner Platz. Gegen Mittag kann man am Horizont schon Ciudad Rodrigo sehen. Es sind aber noch 12km.


Weiter geht es auf verschlungenen Pfaden.


Um 14.30 Uhr war ich dann in der Stadt. Hier heißt es sich ein Hotel suchen. Das angegebene Hostal Jose Mari hatte ich recht schnell gefunden, es war aber geschlossen. 50m davor das Hotel Cruze, dann eben hier.
Ciudad hat innerhalb der Burgmauern eine sehr schöne Altstadt. Es ist Sonntag und warm, die Strassencafes sind gut besucht. Beim Bummeln finde ich eine Pulperia. Super, Abendessen gesichert. Mein erster Pulpo nach über einem Jahr.

Montag 15. April 2013 Ciudad Rodrigo - Aldea del Obispo 33km

Gut geschlafen und noch gefrühstückt, so war ich erst um 9 Uhr auf dem Weg. Der Tag verspricht wieder super Wetter. Der Weg ist so wie ich ihn mag.


Bis Gallegos de Arganan sind es nur 17km zu früh für ein Quartier. Also mache ich eine Pause und gehe weiter. In Alameda de Gardon soll es eine Bar geben, wäre Zeit für einen Stop aber ich finde sie nicht. Also nach kleiner Pause weiter. In Castillejo de Dos Casas ruft mir ein alter Mann etwas hinter, was ich aber nicht verstanden hatte. Es sind nur noch 3km. Nach der Hälfte wußte ich was er meinte, wieder mal ein Bach. Erst sah es so aus als könne ich über die Steine hüpfen, aber eine Lücke von ca. 1,5m mit Rucksack war mir zu weit. Schuhe aus etc. und durchwaten, wie gewohnt.



Die Albergue Rural ist super eingerichtet. Den Schlüssel holt man sich bei der Gemeindeverwaltung. Im Ort gibt es eine Bar und 2 Tiendas. Die Etappen werden nun vom Profil anspruchsvoller. Morgen gehts weiter nach Portugal.

Dienstag 16.04.2013 Aldea del Obispo - Pinhel 38km

Die Nacht war sehr ruhig. Es waren noch 2 Monteure da, die Morgens zeitig aufbrachen. Ich frühstückte noch und ging um 8 Uhr schon bei Sonnenschein los. Die Grenze nach Portugal war schon nach 3km erreicht.

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Weiter geht es 8km auf der auf der Landstraße bis Almeida. Hier bekomme ich meine ersten Cafe con Leite. Nun wurde der Weg wieder schöner. Es geht hinunter zur Ponte Sobre o Rio Coa.

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Natürlich geht es auf der anderen Seite wieder hoch. Das Landschaftsbild ändert sich. Große teilweise bizarrre Granitfelsen sind jetzt zu sehen.

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Der Weg schlängelt sich hier über die Höhen weiter. In Pereiro bekomme ich noch einen Kaffee. Weiter geht es bergab. Nach der Überquerung des Ribeira das Cabras geht es noch einmal sehr steil hinauf zur Festung von Pinhel. Eine Übernachtung finde ich in der Residential Falcão, etwas außerhalb. Es war eine lange und doch sehr schöne Etappe. Der Tag war sehr heiß und das Bier hab ich mir verdient.

Mittwoch 17. April 2013 Pinhel - Trancoso 31km

 
Man sieht es schon, heute wird es schon etwas schwieriger. Ich bin ausgeschlafen und das Wetter ist auch wieder super, warum nicht noch eine längere Etappe. Der Weg aus der kleinen Stadt ist schnell gefunden und ich bin wieder auf schönen Wegen. Mittlerweile empfinde ich es toll allein zu sein, bin nicht abgelenkt, kann mich ganz auf mich und den Weg konzentrieren.



Haltemöglichkeiten gibt es nur Valbum nach 7,5km, die ich natürlich auch nutzte. Etwa 1km nach Valbom gibt es noch eine Tankstelle an der man auch rasten kann. Über Povoa D´el Rei geht es in ständigem auf und ab weiter bis Sao Martinho. Kurz vor dem Ort vorsicht beim Überqueren der IP2 Schnellstraße. Nach 1 Stunde auf einer Landstraße hat man ein tollen Blick auf Trancoso.


Genau wie vor Pinhel geht es nochmals sehr steil und steinig nach oben.

Dieser kleine Ort hat etwas für mich. Ich bummel noch etwas kreuz und quer durch die Altstadt innerhalb der Festung, schließlich Frage nach der Residential Don Dinis und bekomme den Weg gewiesen. Hier gibts es eine kleine Überraschung, statt 29€, wie im Internet angegeben, bekomme ich mein Zimmer für 21€ inklusive Frühstück! Den Abend lasse ich mit einem opulenten Abendessen für 12€ mit allem drum und dran ausklingen.

Donnerstag 18. April 2013 Trancoso - Ponte do Abade 22km + 2km(?)

Das Frühstück war große Klasse, wie das ganze Hotel. Ich habe mich hier sehr Wohl gefühlt. Aber es geht weiter. Nach nur 1km bin ich schon wieder in der Natur und sehe erstaunliche Felsformationen.



Meine Gedanken sind völlig weg von allem Weltlichem und so laufen ich irgendwann in die falsche Richtung. Nach 15min bergab sehe ich erst nach, oh je wieder zurück. Ich finde den Punkt wo ich hätte abbiegen sollen und bin wieder auf dem Camino. Dann sehe ich auch mal wieder einen gelben Pfeil, also da durch.



Beim Durchschlagen trete ich dann fehl, fange mich aber. Das hatte aber ein kleines Nachspiel. Mit einmal bekam ich Probleme im linken Hüftgelenk. Es tat höllisch weh. Ponte do Abade war nicht mehr weit, jedoch mußte ich mehr Pausen einlegen. Endlich kam der Ort und die Brücke.



Gleich dahinter eine kleine Bar mit Laden. Pause und ein Bierchen. Ich grüble noch wie ich die restlichen Kilometer schaffen soll, da geht mein Blick nach oben und ich sehe das Schild ´DORMIDAS`. Wo hier? Ich frage die alte Frau die mich bediente in meinem schlechten portugisisch und sie sagte in deutsch(!): NA HIER. Es gibt doch keine Zufälle. 15€ fand ich für mein großes Zimmer mit eigener Dusche ok.  Abends bekam ich auch Essen bis kurz vorm Platzen und erfuhr das sie und ihr Mann 15 Jahre in Deutschland gelebt hatten. Nach dem Essen gab es noch beide portugisischen Varianten zum spanischen Orucho - den Begas.

Freitag 19. April Ponte do Abade - Moimenta da Baira 26km

Es war eine erholsame Nacht. Leider gabs kein Frühstück, egal bis Sernancelhe sind es nur knapp 6km. Ich gehe also los. Es geht steil nach oben, das hätte ich gestern nicht mehr geschafft. In Sernancelhe fand ich auch schnell eine geöffnete Bar. Nach einem Blick in die Börse, ops kein Kleingeld nur größe Scheine. Ich zeige einen, nein könne sie nicht wechseln. Schade. Also erst mal weiter ziehen. Nach 3km und 200m bergab war ich in Vila da Ponte. Eine Bar - nichts wie hinein und wieder fragen. Si. Ich setze mich nach draußen. Da die Wochen im März und anfang April regenreich waren ging der Stausee bis zur Brücke. Ein schöner Blick.



Gestärkt konnte ich weitergehen. Wieder steil hinauf. Oben dann die kleine Kirche Senhora das Necesasidades. Dieser Umweg ist zu empfehlen, schon wegen des wundervollen Blickes.



Ein schöner, stiller Ort an dem ich gern verweilte. Es geht wieder bergab bis zur Nationalstraße. Über Pfade und hin und wieder Straßenabschnitte geht es durch die Orte Rua und Arcozelo bis Moimenta da Baira. Die suche nach dem Hotel hält mich etwas auf. Um 16.30 Uhr bin ich in der Residencal Pico do Meio Dia für 20€ eingecheckt. Nach dem Duschen mache ich noch einen Bummel durch den Ort. Wirklich Sehenswertes gibt es jedoch nicht. Ich kaufe noch ein paar notwendige Dinge und bleibe im Hotel. Das Abendessen war sehr lecker und preiswert.

Samstag 20. April Moimenta da Baira - Regua 38km

Die Nacht war ruhig, ich habe gut geschlafen. Im Hotel gibt es noch ein kleines Frühstück, dann mache ich mich auf den Weg. Schnell bin ich aus dem Ort heraus und befinde mich wieder in der Natur. Es ist sonnig, aber noch ziemlich kalt und windig. Bis Sarzedo begleiten mich hin und wieder noch die gelben Pfeile und dann waren sie endgültig verschwunden. Jetzt heißt es mit dem Handy navigieren und das recht häufig, da alle paar 100m Wege kreuzten oder abzweigten.



Ich komme nach Uncanha. Hier gibt es eine schöne alte Brücke mit einem Turm davor. Und endlich auch eine Bar. Zeit für eine längere Pause. Ich laß mir einen kleinen Imbiss machen und setze mich nach draußen in die Sonne.


Es sind noch 10km bis Lamego. Also Rucksack auf und es geht weiter in ständigem auf und ab. Kurz vor 16 Uhr bin ich angekommen. Wo nun schlafen? Ich finde 2 Hotels, die mir allerdings zu teuer sind. Die Touristeninfo hat natürlich geschlossen. Ich sehe übers Handy im Internat nach. Preiswertes gibt es erst in Regua. Ich horche in mich hinein, ok die 12km schaffe ich und es geht meistens bergab. 2 Stunden später überquere ich den Duero auf einer alter restaurierter Eisenbahnbrücke und bin in Regua. Das Hotel Imperio liegt am Ortsanfang gleich hinter dem Bahnhof und kostet 25€.


Der Pfeil unten am Schild zeigt die Richtung des Caminho Portugues Interior, die über Verin Richtung Ourense verläuft. Mein Weg führt morgen am Duoro entlang.
Freunde des Portweins sollten hier unbedingt Station machen.

Sonntag 21. April 2013 Regua - Mesoa Frio 18km

Ich schlafe mal richtig aus. Kann ich mir auch leisten, da die heutige Etappe sehr kurz ausfällt. So bin ich dann auch erst um 9.30 Uhr wieder am Duero und gehe die nächsten 2km am Flussufer entlang. Ich lasse mir Zeit. Um mich sind viele Jogger und Menschen mit Hunden. Alle sehen mich mit meinem großen Rucksack erstaunt an. Pilger sind hier wohl noch unbekannt. Bei Salgueiral verlasse ich den Fluß und überquere die Bahngleise. Es geht steil bergauf.

Die Landschaft ist sehr schön und stark vom Weinanbau geprägt. Der Weg ist leider nicht so toll, es geht ständig auf asphaltierte Straßen weiter.




Als ich den kleinen Ort Oliveira erreiche ist es fast Mittag. Eine Bar hat geöffnet. Es ist nun sehr heiß geworden und die Pause ist mir sehr willkommen. Bei Nostim habe ich das Ende diese Seitentals erreicht und es geht auf der anderen Seite wieder zurück Richtung Duero. Bei Estrada erreiche den Landkreis Mesao Frio. Bald darauf ist auch wieder der Duero zu sehen.



Zum eigentlichen Ort ist es nicht mehr weit. Um 14 Uhr bin ich angekommen. Erst mal ins Ortszentrum. Hier gibt es ein Cafe und gegenüber ein Hotel. Oh, alles schon geklärt? Weit gefehlt. Das Hotel ist wohl schon länger geschlossen und ich Frage die nette Servicefrau nach einer anderen Möglichkeit. Ja gibt es in der Straße etwas weiter. Ich mache die bekannte Geste zwischen Daumen und Zeigefinger - 50€ oder mehr verstand ich. Ne ist mir zu teuer, also frage ich nach der Feuerwehr. Auch die Straße weiter ca. 2min. Rucksack auf und erst mal hin. Die Tür ist offen, aber niemand da. Auf mein klingeln kommt der Diensthabende. Ich frage nach einer Schlafgelegenheit. Erstaunen und ich solle warten. Er geht telefonieren, kommt wieder und deutet mir an mitzukommen. Treppe runter um viele Ecken stehen wir in einem Schlafraum mit mehreren Doppelstockbetten. Hier? Ja hier, perfekt sage ich.

Nach waschen und umziehen sehe ich mir den Ort genauer an. Schön hier. Im Restaurante Tradicional erfahre ich vom Wirt, das er auch Zimmer vermietet für 25€. Wem es in der Feuerwehr zu spartanisch ist, hat hier eine alternative. Als ich wieder bei den Bombeiros bin, sind wohl 15 Leute da um den Pilger zu sehen. Geredet wird mit Händen und Füßen, viel englisch und etwas portugisisch sowie Übersetzungsprogramm(!). Total lustig. Abends gibts die Übertragung vom Ortsderby Benfica gegen Sporting Lissabon, ich bin eingeladen. Vom Feuerwehrchef bekam ich dann den Stempel ins Credencial und als Souvenir noch Aufkleber und Aufnäher der Feuerwehr. Der schöne Tag ging zu Ende. Benfica gewann.

Montag 22. April 2013 Mesao Frio - Amarante 28km + 4km(?)

Die Nacht war sehr ruhig. Ich breche kurz nach 8 Uhr auf. Auf der Etappe liegt der höchste Punkt des Caminos vor mir. Insgesamt sollen es heute 1323 Hm bergauf und 1528 Hm bergab sein. Leider hatte noch keine Bar offen. Das Frühstück muß also noch warten. Es dauert etwas bis ich den 1. Navigationspunkt für den Weg aus der Stadt finde. Auf einer Landstraße geht es nun die nächsten 8km bergauf und keine Bar in zu finden. Bei Aguas Mortas verlaufe ich mich mal wieder für 2km und muß zurück. Es geht auf einem breiten Sandweg steil hinauf weiter. Hier finde ich einen schönen Platz und mache Pause. Brot, Wurst Wasser und Obst hab ich dabei. Gestärkt gings immer weiter hinauf.


Auf dem höchsten Punkt lärmen 3 Windräder. Dann beginnt der lange Abstieg. Zuerst noch Feldwege, aber ab Cruzeiro wieder nur noch Landstraße. Ich durchquere mehrere kleine Orte. In Crujeiras gibt es auch endlich eine geöffnete Bar ist ist fast 15 Uhr. Mein Handy braucht wieder Saft und so dauert die Pause 1h. In Padronelo mache ich noch eine Rast. Vor der Brücke steht ein einzelnes Schild. Ich bin auf dem Weg nach Santiago.
Es geht noch ein mal kurz und häftig hinauf, dann bin ich in Amarante. Es hat länger gedauert, als dachte. Die Jungendherberge war schnell gefunden. Sie liegt idyllisch am Rio Tamega.


Ich belohnte mich mit einem Abendessen im Restaurante Lusitana in der Rua 31 de Janeiro.

Dienstag 22.April 2013 Amarante - Guimaraes 39km

Heute wird es eine sehr lange Etappe. In der Pardaria Pardal gleich hinter der Ponte de Sao Goncalo konnte ich frühstücken. Nun heiß es immer wieder sich den Weg mittels Navigation suchen. Es dauerte etwas, aber irrgendwann war ich aus der Stadt mit den ganzen kleinen Vororten heraus. Von wenigen kurzen Abschnitten abgesehen führte der Weg in ständigem auf und ab nur über Straßen. Es war sehr ermüdent und eintönig. Durch Lixa führten mich wieder die gelben Pfeile, sie hörten jedoch direkt nach dem Ort auf. Schade. Es folgten viele kleine Orte hintereinander. Ich war völlig auf die Technik angewiesen. In Sarcedo endlich eine Bar. Es ist schon 15 Uhr, Zeit für eine längere Pause (auch zum Handyladen). 12km liegen noch vor mir. Um 18 Uhr ist es geschafft. Die Jugendherberge ist schnell gefunden und ich gönne mir den Luxus eines Doppelzimmers Ich bin ziemlich platt, aber nach der Dusche geht es wieder besser. Also mache ich mich auf in die Altstadt, die garnicht weit weg ist. Es ist sehr schön hier und ich genieße die Abendsonne an der Kathedrale.


Mittwoch 23. April 2013 Guimaras - Braga 20km

 Ich habe heute Zeit, die Etappe ist nicht so lang. Um 8 Uhr gibt es noch Frühstück in der Jugendherberge. Von hier bummle ich erst mal zur Kathedrale meinem Startpunkt. Hier beginnen auch wieder die bekannten gelben Pfeile. Über den Wegverlauf brauche ich mir also keine Gedanken machen. Die Auszeichnung ist zwar spärlich, jedoch immer an den wichtigen Punkten vorhanden. Kleine Orte wechseln in schneller Reihenfolge. Da ich ja Zeit habe kehre ich einige Male für einen Kaffee ein. In Boa Vista überquere ich den Rio Ave auf einer alten Römerbrücke. Es war viel Wasser im Fluß, so das die Brücke nicht richtig zu sehen war.





Durch kleine Orte geht es weiter bis Outeiro de Oleiros. Nun beginnt ein steiler Anstieg durch einen schönen Eukalyptuswald bis zur Wallfahrtskirche Santa Marta de Leao.




Von hier aus geht es auf einem Naturpfad entlang der N309 den Berg wieder hinab. Über den Vorort Fraiao war ich in kurzer Zeit in Braga. Nette Menschen wiesen mir den Weg zur Jugendherberge. Braga ist eine sehr schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten.